Radio

Hörspiel auf Bayern 2

Einsam stirbt öfter – Ein Requiem
Text und Regie: Gesche Piening

Nominiert für den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2020!

12. Juni 2020 um 21:05 Uhr im hör!spiel!art.mix,
danach ein Jahr als podcast verfügbar

Pressestimmen
»Schon die ersten Sekunden dieses Hörspiel setzen einen klaren Fokus, der das gesamte Stück bestimmt. Ein thematischer Sog entsteht, der unmittelbar und doch sehr leise die zutiefst menschliche Geste unterlegt, mit der die Autorin die einsam Verstorbenen postum ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rückt. Kein lauter Ton, keine künstlerisch schrille Pose kommt vor in diesem „Requiem“, wie das Hörspiel im Untertitel verdientermaßen heißt.« Deutschlandfunk Hörspielmagazin, Juni 2020

»Das Hörspiel ist ein Klagegesang, der teilweise die Wucht einer antiken Tragödie entwickelt.« Süddeutsche Zeitung

»Gesche Piening lässt in kleinen Parabeln der Einsamkeit Erinnerungsspuren aufleuchten, die dem Hörer die biografischen Ausgrenzungen und Verletzungen plastisch vor Ohren führen. Sie alle, diese von „Amts wegen“ einsam Bestatteten, sind Ausgegrenzte und Übersehene. Insofern wird hier nicht nur der Toten gedacht, sondern es hebt auch eine stille Klage gegen eine Gesellschaft an, die die Anonymität gesellschaftsfähig gemacht hat. Wunderbar sind im Stück die rhythmisch eingeblendeten Kurzszenen und Kommunikationsbrüche und Redundanzen in Flurgesprächen – Spiegel fatalster Vereinsamung!« Medienkorrespondenz, Juli 2020

Pressetext
Eine Aussegnungshalle, eine Trauerfeier, ein Verstorbener – aber keine Trauernden. Geboren, gelebt und gestorben. Mitten in der Stadt. Unter Menschen und doch fremd. Was ist da passiert? Einsam stirbt öfter erzählt von all denen, die mitten in der übervollen Großstadt vereinsamt leben, unbemerkt versterben und schließlich von Amts wegen bestattet werden, weil niemand sonst ihre Totenfürsorge übernehmen will oder kann. Wie konnte es so weit kommen? Wie wurde ihr Leben zu dem, was es am Ende war? Was ist da passiert? Geboren, gelebt und gestorben. Einsam geworden, einsam gestorben. Verloren gegangen. Irgendwann. – Fremd unter Menschen im Leben, fremd und alleine bis in den Tod. Von Fremden bestattet, von anderen nicht weiter bemerkt. Was ist da passiert? Gab es Familie? Freunde? Nachbarn? Einen Bäcker, der den Toten vermisst? Eine Briefträgerin, die feststellt, dass die Frau, die niemals Post bekam, nun auch nicht mehr die Wohnung verlässt? Was bleibt, wenn keiner zurückbleibt, der weint? Einsam stirbt öfter erkundet, was im Leben wirklich wichtig ist. Wie müssen wir leben müssen, um glücklich zu sterben?

mit Mareike Beykirch, Stephan Bissmeier, Katja Bürkle, Peter Fricke, Ercan Karacayli, Sylvana Krappatsch, Jeannette Kummer, Christopher Mann, Raphalea Möst, Wolfgang Petters, Uta Rachov, Friedrich Schloffer, Johannes Silberschneider, Georgia Stahl, Harry Täschner, Xenia Tilling, Ulrich Zentner und Stephan Zinner.

Komposition: Maasl Meier und Marja Burchard
Ton und Technik: Winfried Meßmer, Michael Krogman , Daniela Röder
Regieassistenz: Stefanie Ramb
Readktion:
Katja Huber

Produktion: Bayerischer Rundfunk 2020
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Bayern 2 radioFeature

Der Tod unterscheidet nicht. Wir schon.
Bestattungen von Amts wegen in der Großstadt
Text und Regie: Gesche Piening
nachhören

Samstag, 2. November 2019
Sonntag, 3. November 2019 (WH)
danach ein Jahr als BR-podcast verfügbar

In München werden jährlich gut 600 Menschen von Amts wegen bestattet: Menschen, die keine bestattungspflichtigen Angehöri-gen haben, die ihre Totenfürsorge übernehmen könnten. Schon zu Lebzeiten haben diese Menschen meist sehr zurückgezogen gelebt. Ihr Leben und Sterben in München wird von niemandem wahrgenommen, außer von denen, die beruflich damit befasst sind – Sozialarbeiter, Hausverwalter, Polizisten, Verwaltungsbeamte, Mitarbeiter der Städtischen Friedhöfe. Doch wer sind diese Menschen, die mitten unter uns leben und doch unbemerkt bleiben? Wie wurden sie so einsam? Wie sterben sie? Und wie und wo werden sie bestattet?
Das Feature “Der Tod unterscheidet nicht. Wir schon“ begibt sich auf Spurensuche nach diesen Münchner Bürgern, befragt diejenigen, die sich anstelle der Angehörigen um ihre Bestattungen kümmern und sucht nach Antworten, warum über das Leben dieser einsam Verstorbenen in der Öffentlichkeit oft sehr abschätzig und hart geurteilt wird
.

SprecherInnen: Julia Cortis, Burchard Dabinnus, Maria Hafner, Eva Löbau,
Andreas Neumann,
Annett Wunsch
InterviewpartnerInnen: Diakon Stefan Oana, Friedhofsaufseher Klaus Gottlob, Sachgebietsleiterin Bestattungen von Amts wegen München Sigrid Diether,
Kommissarin der Todesermittler Marion Inhuber, Gerichtsmediziner Oliver Peschel, Städtische Wohnbaugesellschaft GWG Armin Hagen, Geschäftsführung der Obdachlosenzeitung BISS Carin Lohr, BISS-Verkäufer Tibor Adamec,
Leitung Lebensplätze München Wiebke Noltkämper und
Zugehörige der von Amts wegen Bestatteten
Regie: Gesche Piening
Musik:
Martin Lickleder
Ton und Technik:
Daniela Röder
Redaktion: Katja Huber
BR 2019
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Bayern 2 radioFeature

Heute mit beschränkter Haftung?
Keine Gesellschaft ohne Zukunft
Text und Regie: Gesche Piening


Samstag, 16. September 2017
um 13:05 Uhr,

Sonntag, 17. September 2017
um 21:05 Uhr (WH)

Nachhören

Kritik in der Medienkorrespondenz

Ausgezeichnet mit dem Medienpreis der Kindernothilfe 2018.
Ausgezeichnet mit dem Medienpreis des BVKJ 2018.
Nominiert für den Alternativen Medienpreis 2018.

Dass die Zukunft die Verlängerung der Gegenwart ist, ist längst ein Gemeinplatz. Warum aber lebt die Gemeinschaft noch immer so, als ob es keinerlei Verbindung zwischen heute und morgen gäbe? Sind wir zu dumm, zu faul, zu resigniert oder zu vielbeschäftigt, oder ist es ein Mix aus Zynismus und Hedonismus, der uns lahmlegt, und vom Handeln abhält? „Heute mit beschränkter Haftung?“ fragt nach unserer Bereitschaft für unsere heutige Lebensweise doch noch Verantwortung zu übernehmen und den damit verbundenen Bequemlichkeitsverlust in Kauf zu nehmen:

Denn was wird aus einer Gesellschaft, die ihre eigene Zukunft aus den Augen verliert, die nachfolgende Generationen vergisst und die Endlichkeit von Ressourcen ignoriert? Was wird aus einer Gesellschaft, die sich um die Haftung drückt? – Ausgangspunkt für die Suche nach einer zukunftsträchtigeren Antwort ist die Frage, wer wir persönlich, gesellschaftlich und politisch denn – im Idealfall – einmal gewesen sein wollen. Was wünschen wir uns, was von uns persönlich und von uns als Gesellschaft – im Idealfall – einmal erzählt werden wird? Und was verlangt uns dieser Wunsch bereits heute ab, wenn wir ihn ernst nehmen und eine wollen, dass er einmal Wirklichkeit werden wird?

SprecherInnen: Christian Baumann, Ursel Böhm, Katja Bürkle, Heinz Peter, Franz Manhold, Marlen Reichert, Friedrich Schloffer und Xenia Tilling

Regie: Gesche Piening
Musik und Komposition: Manuela Rzytki
Ton und Technik: Daniela Röder
Redaktion: Katja Huber
BR 2017

Die Musik und einige der Texte sind im Rahmen der Theaterproduktion WER WOLLEN WIR GEWESEN SEIN? entstanden, einer Uraufführung von Gesche Piening am Staatstheater Darmstadt im September 2017.

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Bayern 2 radioFeature
Hund_und_Wasserflasche

MEIN SCHNECK IST MIR BEDÜRFNIS.
Zur ökonomischen und ethischen
Relevanz unserer Tierliebe

Samstag, 16. April 2016 um 13:05 Uhr
Sonntag, 17. April 2016 um 21:05 Uhr (Wiederholung)

NDR Kultur, Kulturforum, Dienstag, 04. April 2017 um 20 Uhr

Unser Umgang mit Haustieren hat sich gewandelt, fundamental. Ob Katze oder Hund, Kanarienvogel, Flusskrebs oder Assel – als beste Freunde und treuste Begleiter mit einer Vielzahl menschlicher Errungenschaften und Privilegien sind unsere Haustiere längst ernst zur ernst zu nehmenden Konsumentengruppe geworden. Und der Markt stellt ihnen eine umfangreiche Produkt- und Diensleistungspalette bereit: Von der Wohnungseinrichtung im tierischen Möbeldesign und dem Traumurlaub im Tierhotel über Vorsorge-Möglichkeiten für schlechtere Zeiten bis hin zur letzten Ruhe auf dem Tierfriedhof. Es ist für alles gesorgt. Die Angebote unserer Wohlstandsgesellschaft schließen die Tiere mehr und mehr mit ein und gestalten ihre Biographien ganz nach unserem Vorbild.
Unterdessen werden Haustiere auch für die Tierhalter dank innovativer Forschung und breiter Angebotspaletten immer attraktiver.Heupferde

Für jedes Geld-, Zeit-, und Platzbudget findet sich das passende Tier: Von den versorgungsintensiven Haustierklassikern mit stetig steigender Lebenserwartung bis hin zu pflegeleichten und kurzlebigen Käfern – niemand muss mehr darauf verzichten, sein Fürsorge-Bedürfnis nach Belieben auszuleben.
Haustiere sind hoch im Kurs.


Doch auf welchen politischen Grundannahmen basiert die ökonomisch geprägte Verhaltensweise gegenüber unseren Haustieren? Und an welchem Punkt geraten sie mit unserer Tierliebe in Widerspruch? Welche ethischen Fragen wirft unsere Tierliebe auf? MEIN SCHNECK IST MIR BEDÜRFNIS begibt sich auf die Suche nach dem ökonomischen und ethischen Status Quo. Ist ein Haustier einfach nur das, was der Einzelne draus macht?

SprecherInnen:
Katja Bürkle, Johannes Hitzelberger, Marlen Reichert und Michael Tregor
InterviewpartnerInnen:
Prof. Dr. Roland Borgards
BesucherInnen und VerkäuferInnen der Heimtiermesse Hannover 2016
MitarbeiterInnen eines Tierhotels, eines Tiernotrufs und eines TierfriedhofsStrickhund_nah
Regie:
Gesche Piening
Kontrabass:
Barbara Streidl
Gesang:
Sextett „Wagnis3“
Ton und Technik:
Josuel Theegarten
Redaktion:
Katja Huber

Eine Produktion der Feature-Abteilung des Bayerischen Rundfunk 2016

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Bayern 2 radioFeature

Nominiert für den Alternativen Medienpreis 2016!

BESSER IST NICHT GUT GENUG
Leben in der atemlosen Gesellschaft

Samstag, 21. November 2015, 13:05 Uhr
Sonntag, 22. November 2015, 21:05 Uhr (Wiederholung)

Unter dem permanenten Druck, sich selbst unaufhörlich zu steigern und mehr und mehr aus dem Leben herauszuholen, wird es immer schwieriger, mitzuhalten. Doch anstatt sich von dieser Steigerungslogik zu emanzipieren und Alternativen zu erfinden, versuchen wir es trotzdem:

Kein Lebensbereich, der nicht noch weiter optimiert, kein Vorgang, der nicht noch effizienter gestaltet, keine freie Minute, die nicht durch den richtigen Lifestyle attraktiver aufgeladen werden könnte. Da fällt es kaum noch auf, worauf zu Gunsten ständiger Perfektionierung verzichtet wird. – Oder doch? Dass unsere tägliche Handlungsfreiheit dabei massiv eingeschränkt wird, nehmen wir in Kauf, ebenso, dass wir uns echte Solidarität mit denen, die – freiwillig oder unfreiwillig – abgehängt werden, nicht mehr leisten. Beides mögen wir zwar persönlich aufrichtig bedauern, zu einer Veränderung unseres gesellschaftlichen Handelns führt es jedoch nicht.

„BESSER IST NICHT GUT GENUG“ verfolgt die Idee der allumfassenden Optimierung vom Wochenbett bis hin zur Bahre und stellt die Frage nach dem Sinn dieser gesellschaftlichen Praxis.

SprecherInnen:
Katja Bürkle, Rahel Comtesse, Detlef Kügow und Friedrich Schloffer
InterviewpartnerInnen:
Margit Kreibe, Lion Leuker, Oliver Nauerz, Sophia Pustet und Dorothea Zeeb
Regie:
Gesche Piening
Musik (Komposition):
Maria Hafner, Claudia Kaiser, Richard Oehmann, Wolfgang Petters,
Knarf Rellöm und Manu Rzytki
Ton und Technik:
Michael Krogmann
Redaktion:
Katja Huber

Eine Produktion der Feature-Abteilung des Bayerischen Rundfunk 2015

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KREATIV ABER GÜNSTIG
Der Künstler als ideales Arbeitsmodell westlicher Ökonomien?
Ein Feature von Gesche Piening

Bayerischer Rundfunk / Deutschlandradio 2014

Nominiert für den Alternativen Medienpreis 2015!

Podcast:
In der „Dossier“, Deutschlandradio

„So entwickelt die Autorin einen spannenden Diskurs aus Interviewstimmen und dramatischem Text.“ Haidhauser Nachrichten, Markus Wagner, Juni 2014, ganzer Artikel

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BAYERN 2
Samstag, 14. Juni 2014, 13:05 Uhr
Sonntag, 15. Juni 2014, 21:05 Uhr

Deutschlandradio
Freitag, 12. Dezember 2014,
19:15 Uhr

Offensichtlich scheinen Unternehmen entdeckt zu haben, dass diese Form von – nennen wir es mal Flexibilität – die gepaart ist mit einer hohen Eigenmotivation, nämlich sich auch außerhalb der Arbeitszeiten oder am Wochenende aus Leidenschaft an Dinge zu setzen, etwas ist, was man sich auch in klassischen Unternehmen wünscht und man versucht, die Antriebe und Arbeitsweisen, die man mit Künstlern assoziiert, in die Unternehmen hineinzukopieren.“
Ulf Schmidt, Theaterautor, Blogger, Digitalberater, Theaternachdenker

 

Da gibt es ganz, ganz viele banale Beispiele im Alltag, wo Mitarbeiter sich zu wenig trauen, einen Prozess oder eine Aufgabe auch mal selbst zu gestalten, obwohl sie die Vorstellung dazu hätten, wie es sein sollte, aber sie trauen es sich nicht. Und der Künstler ist die Figur, die sich das traut.“  Agostino Cisco, Personalberater eines global agierenden Unternehmens

Eigenbrötlerisch, kompromisslos, gesellschaftskritisch, arm, aber glücklich und voller Selbstachtung – das war einmal. Das Klischee des weltfremden Künstlers ist passé. Wer sich heute noch für eine künstlerische Laufbahn entscheidet, sollte Begriffe wie Elfenbeinturm und Kompromisslosigkeit genauso aus seiner Mindmap streichen wie Selbstverwirklichung und Selbstachtung. Arm ist der Künstler nach wie vor, doch wo Kunst einst als Instrument zur Gesellschaftskritik galt wird sie heute als Tool zum unternehmerischen Erfolg verstanden, der Künstler selbst als Dienstleister, der von Projekt zu Projekt Flexibilität, permanente Verfügbarkeit, Risikobereitschaft und Anpassungsfähigkeit beweist. Längst kein Gegenentwurf zum Unternehmer mehr, ist er in der Mitte angekommen und gilt als das ideale Arbeitsmodell westlicher Ökonomien.

SprecherInnen:
Sabine Kastius, Thomas Meinhardt, Heinz Peter, Gesche Piening und Judith Toth
Interviewpartner:
Agostino Cisco (Personaler), Jürgen Enninger (Experte für creative industries),
Florian Fischer (Regiestudent) und Ulf Schmidt (Theaterautor).
Ton und Technik:
Michael Krogmann und Ruth-Maria Ostermann
Regie:
Gesche Piening
Musik:
Wolfgang Petters, Hausmusik
Produktion:
Bayerischer Rundfunk / Deutschlandradio 2014
Redaktion:
Katja Huber